Im Sommer muss man sich die Calanques von Marseille verdienen: geregelter Zugang, Besucherquoten, Warteschlangen schon im Morgengrauen. Der Winter dreht den Spieß um. Die Pfade leeren sich, das türkisfarbene Wasser behält seine Farbe auch unter einem kühleren Himmel, und man kann endlich bis nach Sormiou oder Morgiou laufen, ohne minutenlang jemandem zu begegnen. Das ist das Marseille, das die Marseiller selbst am liebsten mögen.
Der Alte Hafen gehört wieder seinen Bewohnern
Ab dem Spätherbst findet der Alte Hafen zu seinem Arbeitsrhythmus zurück: Die Fischer verkaufen ihren morgendlichen Fang, ohne sich um Kameraobjektive zu kümmern, und die Pastis-Bars füllen sich mit Stammgästen statt mit Durchreisenden. Der Fischmarkt, eine lokale Institution, fühlt sich anders an, wenn er keine touristische Attraktion mehr ist, sondern einfach das Leben des Viertels.
Wandern in den Calanques in der Nebensaison
Von November bis März ist der Zugang zu den Calanques in der Regel frei, ohne die sommerlichen Sperrungen wegen Brandgefahr. Es ist das beste Zeitfenster, um Buchten wie Sugiton oder En-Vau zu Fuß zu erreichen, mit einem Winterlicht, das den Kontrast zwischen den weißen Kalksteinklippen und dem tiefen Blau des Wassers verstärkt. Festes Schuhwerk ist trotzdem ratsam: Die Pfade bleiben zu jeder Jahreszeit uneben.
Das MuCEM und Kultur in Ruhe
Das MuCEM, das architektonische Wahrzeichen der Stadt, besucht man im Winter in einer fast kontemplativen Atmosphäre. Die Terrasse des Museums mit Blick auf das Fort Saint-Jean und das Meer wird eher zu einem Ort der Ruhe als zu einem überfüllten Durchgangspunkt.
Wo man in Marseille außerhalb der Saison übernachtet
Die Viertel Alter Hafen und Le Panier bleiben am praktischsten, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß zu erkunden, mit Winterpreisen, die deutlich günstiger sind als in der Hochsaison. Für Liebhaber der Ruhe bietet ein Hotel an der Corniche Kennedy einen freien Meerblick und schnellen Zugang zu den Calanques.
Wann genau man reisen sollte
Dezember und Januar bieten die ruhigsten Tage, mit einem mediterranen Klima, das milder bleibt als im übrigen Frankreich. Februar und März bringen ein paar zusätzliche Stunden Tageslicht, ideal, um die Wanderungen bis in den späten Nachmittag zu verlängern.
