Es gab eine Zeit, in der Córdoba mit Bagdad und Konstantinopel als intellektuelles Zentrum der bekannten Welt konkurrierte. Als Hauptstadt des Umayyaden-Kalifats im 10. Jahrhundert beherbergte die Stadt eine der größten Bibliotheken ihrer Zeit und eine Gemeinschaft jüdischer, christlicher und muslimischer Gelehrter, deren Erbe die Stadt bis heute prägt.
Die Mezquita, eine Kathedrale in einer Moschee
Nichts bereitet wirklich auf den Gang durch den Säulenwald der Mezquita-Catedral vor. Mehr als 850 Säulen aus Marmor, Jaspis und Granit tragen übereinandergestapelte, zweifarbige Bögen und erzeugen einen einzigartigen Eindruck unendlicher Perspektive. Im Herzen dieses muslimischen Raums aus dem 8. Jahrhundert erhebt sich seit dem 16. Jahrhundert eine vollständige Renaissance-Kathedrale, eingebettet in die ursprüngliche Struktur — eine architektonische Überlagerung, die die komplexe Geschichte der Stadt in einem einzigen Bauwerk zusammenfasst.
Die Judería, Erinnerung an die jüdische Gemeinde
Rund um die Mezquita bewahrt das Viertel Judería eines der seltenen Überbleibsel jüdischer Präsenz im mittelalterlichen Spanien: eine kleine Synagoge aus dem 14. Jahrhundert, eine von nur drei noch erhaltenen im ganzen Land. Ihre engen, von weißen Fassaden und schmiedeeisernen Gittern gesäumten Gassen zählen zu den meistfotografierten Andalusiens, insbesondere die berühmte Calleja de las Flores.
Die Patios von Córdoba, eine von der UNESCO geschützte Lebenskunst
Córdoba hat die Kunst des blumengeschmückten Patios zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erhoben. Das ganze Jahr über öffnen manche Hausbesitzer ihre mit Geranien und Brunnen geschmückten Innenhöfe, eine Tradition, die jedes Jahr im Mai beim Patio-Fest ihren Höhepunkt erreicht, sich aber außerhalb dieser Zeit ruhiger in den Vierteln San Basilio und San Lorenzo entdecken lässt.
Medina Azahara, eine vergessene Palaststadt
Rund zehn Kilometer vom Zentrum entfernt offenbaren die Ruinen von Medina Azahara die Pracht des Kalifats auf seinem Höhepunkt: eine ganze Palaststadt, im 10. Jahrhundert erbaut, dann jahrhundertelang aufgegeben und vergessen, bevor sie wiederentdeckt wurde. Die UNESCO-gelistete Stätte lässt sich in völliger Ruhe besichtigen, fernab der Dichte der Altstadt.
Wo man in Córdoba übernachtet
Eine Unterkunft in der Judería oder rund um die Mezquita ermöglicht es, die Altstadt zu Fuß zu erkunden, idealerweise früh morgens vor der Ankunft der Reisegruppen. Mehrere ehemalige Paläste im historischen Zentrum wurden in charmante Hotels umgewandelt, mit Innenpatios und Pools mitten in der Altstadt.
Wann man reisen sollte
Der März liegt kurz vor der andalusischen Hitze, die einen Besuch in Córdoba im Sommer erschwert: Es ist das ideale Zeitfenster, um die Stadt in aller Ruhe zu erkunden, vor dem Andrang zum Patio-Fest im Mai.
